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Auflistung meiner bisher gegangenen Touren


Einzelheiten zur Tour Geigenkamm: Zum Hauersee

Aufbruchszeit6.September 2017, 09:15
Ankunftszeit6.September 2017, 14:51
KategorieBergwanderung Bergwanderung
Schwierigkeitschwer schwer
Länge in km8
Höhendifferenz760
Kartenausschnitthier klicken!
Streckenprofilhier klicken!

Weitere Einzelheiten zur Tour

Nach der gestrigen (zumindest kilometermäßig kurzen) Etappe sollte die heutige Etappe zum Hauersee sogar noch etwas kürzer werden. Das Wetter war heute noch etwas beständiger als gestern, und wir konnten bei trockener Witterung starten. Mit uns hatte eine Gruppe der österreichischen Bergpolizei auf der Hütte übernachtet. Deren Chef fragte uns beim Weggehen, was unser Ziel des Tages sei, und wir sagten, dass wir über das Felderjöchl zum Hauersee wollten. Mutig, entgegnete er einsilbig und verließ die Hütte. Bevor wir aber seine Aussage einordnen konnten, stiegen wir zunächst auf herrlich aperen Bergpfaden nach Südosten auf, zu eben jenem Felderjöchl in 2800 Metern Höhe. Sehr erfreut war ich, dass die Schneegrenze über Nacht deutlich gestiegen war. Bis ca. 2700m lag fast kein Schnee, erst dann begann wieder eine geschlossene Schneedecke, die Spurarbeit erforderte. So erreichten wir in bequemer Wanderung das Felderjöchl. Dort brach das Gelände jäh in die Tiefe ab, und ein kettenversicherter Steig schlängelte sich steil in den Abgrund hinab. Aha, das war also der Grund für den schwarzen Punkt auf dem Wegweiser. Wir nahmen all unseren Mut zusammen und stiegen in den steilen Hang ein. Holger legte eine vorzügliche Spur an, aber sehr unangenehm wurde es, als die Seilversicherung zwischendurch aussetzte, wir aber dennoch auf steilen Pfaden weiter mussten. Insbesondere die Kehren waren schon mit Vorsicht zu genießen. Im Nachhinein bin ich sehr froh, dass wir hier alle gut heruntergekommen sind, manchmal ist es nicht verkehrt, seine Demut gegenüber den Bergen zum Ausdruck zu bringen!
Unten wartete der Weiße See auf uns, und dann hatten wir den schweren Teil der Strecke geschafft und konnten den Rest des Weges mit einer gemütlichen Bergwanderung zum Hauersee verbringen. Das macht ja ohne Schnee richtig Spaß waren vielgehörte Äußerungen! ;-)
Um 15 Uhr kamen wir an der Hauerseehütte an, und die Hüttenwarte, Manfred und Helga, ein Ehepaar aus Ludwigsburg, erwarteten uns schon sehnlichst mit frisch gebrühtem Kaffee. So freundlich wurden wir wohl noch nie auf einer Hütte begrüßt. Während wir Kaffee tranken und uns freuten, dass wir vor dem starken Regen die Hütte erreicht hatten, kamen drei Wanderer in die Hütte und setzten sich dazu. Es war ein Bergführer mit zwei Kunden. Sie hatten den Aufstieg zum Luibiskogel versucht, mussten aber in ca. 3000m Höhe wegen des Schnees abbrechen. Vermutlich war der Bergführer deswegen nicht sehr gut gelaunt, und als ich ihn dann zu den Verhältnissen an Luibisscharte und Sandjoch befragte, weil wir dort entlang ja morgen zur Rüsselsheimer Hütte wollten, antwortete er sehr mürrisch, dass wir das lieber vergessen sollten. Da liege zu viel Schnee, und es seien auch 2000 Höhenmeter über alle sechs Scharten. Uns ging dann jedenfalls etwas die Kinnlade runter. Ich entgegnete, dass das nicht sein könne, meine Information (gelesen und ermittelt) läge bei 1100 Höhenmeter. Nene, das könne nicht sein, knurrte er zurück, da gibt es überall viele Gegenanstiege, das sei deshalb viel viel mehr. Erst später, vor dem Einschlafen, fiel mir ein, dass es wohl keine gute Idee war, diesem Bergführer beim Betreten der Hütte ein Super, wir können morgen eure Spur zur Luibisscharte benutzen! an den Kopf zu schmeißen. Sei es drum, jedenfalls wurde an dem Abend wieder lange in der Gruppe diskutiert, wie es morgen weitergehen sollte. Ich analysierte die Strecke über die sechs Jöcher genauer. Ich ermittelte den Streckenanteil, der über 2700 Metern lag, da ich bei dieser Höhe von einer geschlossenen Schneedecke ausgehen konnte. Für diesen Teil verdoppelte ich den Zeitbedarf. Dieser Streckenteil war ca. 3km lang. Der Rest war simpler Dreisatz, und ich kam auf einen Zeitaufwand von maximal 12 Stunden, und mit der Schätzung war ich mir sicher, dass die Etappe für uns zu schaffen sei. Jaime hatte sich, auch weil ihm in den letzten zwei Tagen die Abstiege schwer zu schaffen gemacht hatten, für die Variante des Abstiegs ins Ötztal entschieden. Spontan schlossen sich ihm Christine und Birgit an, eine tolle Geste der beide. Neben mir blieben also Ronald, Holger, Ralf und Kathrin, die die Etappe über die sechs Jöcher gehen wollten. Manfred versprachen wir (mehrmals), beim Erreichen der Rüsselsheimer Hütte sofort anzurufen. Leicht aufgewühlt gingen wir gegen 21:30 in die Lager, zuvor gab es aber noch einen leckeren Slivovitz von Manfred.


Letzte Änderung : 26-Dez-2016
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