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Auflistung meiner bisher gegangenen Touren


Einzelheiten zur Tour Rheinsteig Tag 2: Vom Drachenfels zur Erpeler Ley

Aufbruchszeit16.April 2018, 08:30
Ankunftszeit16.April 2018, 19:15
KategorieMittelgebirge Mittelgebirgstour
Schwierigkeitschwer schwer
Länge in km31
Höhendifferenz1150
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Streckenprofilhier klicken!

Weitere Einzelheiten zur Tour

Mit der HTG auf dem Rheinsteig. Tag 2.
Oje, das war ja eine Nacht. Sie fing ganz gut an: Erst einmal mit Buchenzweigen den Betonboden gründlich sauberfegen (ca. 100 kleine Scherben lagen überall verteilt), dann den Eisenstift abdecken, der in der Mitte des Betonbodens herausguckte und auf den man sich besser nicht nachts mit dem Rücken raufrollen sollte! Danach aber ein schönes Abendessen vom Benzinkocher (Wildgulasch, ganz lecker!), danach krabbelten wir erschöpft in die Schlafsäcke. Sehr schnell stellte ich fest, dass es im Rheintal nie, wirklich NIE leise wird. Güterzüge, startende Frachtmaschinen, und dann kreischende Winden und lärmende Gesteinsbrecher. Aber wo war der Steinbruch? Im linksrheinischen Gimmersdorf wäre einer, aber kann der wirklich so laut werden?? Meine dünne Isomatte trug den Rest zu einer schlaflosen Nacht bei. Gegen fünf Uhr zog ich daher in das Laub neben der Hütte um, und konnte so wohl noch zumindest eine Stunde Schlaf abkriegen.
Nun ja, nach dem Frühstück stiegen wir zu viert an den Rand Rhöndorfs ab, dort hatten wir das Ulanendenkmal als Treffpunkt mit den anderen vereinbart. Ein schönes Fleckchen, tolle Aussichten zum Drachenfels und auf die Berge des Rheins südlich von uns. Dann ging es los, und über Großen und Kleinen Breiberg sowie den Ölender gelangten wir zum Löwenburger Huf am Fuße des gleichnamigen Berges. Sie hatten gerade geöffnet, und so nutzten wir die einzige Einkehrmöglichkeit auch für einen Getränke- und Toilettenstopp. Danach stiegen wir zum höchsten Berg der ganzen Tour auf, der 440m hohen Löwenburg. Super Aussicht dort oben, und wir fanden sogar noch eine verschärfte Aufstiegsvariante. ;-)
Es folgte dann ein langer Abstieg, direkt gefolgt von einem ebenso langen Aufstieg. Als wir den Abzweig zum Himmerich erreichten, brannte die Sonne schon ziemlich heiß vom Himmel, aber wir beschlossen, dem Himmerich aufs Haupt zu steigen. Wow, wurde ein ziemlich krasses unterfangen. Vor der Gipfelfelswand (alter Basaltsteinbruch, schätze ich) fanden Kathrin, Holger und Gerhild eine sehr brutale Direttissima, die in einem brüchigen Kamin endete. Die drei kämpften sich mit großer Anstrengung diesen Kamin hinauf, nicht ohne sich zuvor in den Dornen so manch blutige Strieme zuzufügen! Aber es ging alles gut, und oben konnten wir eine Pause in den sonnigen Felsen mit Blick auf viel viel Wald, und in der Ferne den Rhein, genießen.
Aber der Tag hatte noch einiges mit uns vor, und wir hatten nun den langen Abstieg nach Bad Honnef vor uns. Wir passierten auch die einzige Passage mit querliegenden Fichten. Da wir aber überwiegend durch Buchenwald wanderten, blieben wir von Sturmschäden weitestgehend verschont (nicht so wie im Harz!)
In Bad Honnef kauften wir in einem kleinen Dorfladen ein und füllten unsere Rucksäcke wieder. Der Kassierer bestätigte mir, dass im Sommer sehr viele Rheinsteigwanderer vorbeikämen. Weiter ging es durch viel Wald bis an den Rand von Bruchhausen. Im Gut Haanhof erbettelten wir bei einer hilfsbereiten Frau Leitungswasser, aber auch die Getränkekiste für die Rheinsteigwanderer plünderten wir ein wenig. Sie betonte, dass wir in einer evangelischen Siedlung namens Ober-Unkel wären. Und dann drehte der Rheinsteig so richtig auf. Nach Übequeren des Wiesenplateaus mit vielen Reitplätzen und Pferdeweiden ging es auf schmalen Wegen durch alte Weinberge, hinab in eine Schlucht mit kleinem Wasserfall. Noch einmal steil einen Berg hinauf und wieder hinunter. Bei der Burg Vilzelt trennten wir uns von Anette, Petra und Ronald, die auf direktem Weg zur Pension Koch-Ruland in Erpel wollten. Kathrin schloss sich uns noch an, und über Orsberg (puh, ein laaaanger Aufstieg) ging es über Wiesen im Lichte der Abendsonne hinüber zur Erpeler Ley. Und dort war es richtig schön. Die Gaststätte hatte Ruhetag, aber bei einem Vereinsheim konnten wir uns eine Flasche Kölsch erbetteln (natürlich gegen Spende), und dort verbrachten wir den Abend mit Essen. Gegen 21:00 Uhr bezogen Ronny, Gerhild und ich unsere Biwaksäcke auf der großen Wiese, Holger verkrümelte sich in die Hütte direkt am Parkplatz. Bilder sind hier zu finden.


Letzte Änderung : 26-Dez-2016
Copyright Jens Köhler, Velpke, Steinbruchstraße 1