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Auflistung meiner bisher gegangenen Touren


Einzelheiten zur Tour Zu Trolltunga und Preikestolen

Aufbruchszeit9.July 2018, 06:48
Ankunftszeit9.July 2018, 16:45
KategorieBergwanderung Bergwanderung
Schwierigkeitschwer schwer
Länge in km26
Höhendifferenz1300
Kartenausschnitthier klicken!
Streckenprofilhier klicken!

Weitere Einzelheiten zur Tour

Prolog und Anreise
Freitag 6.Juli: Nach der Arbeit nach Hause, Klamotten eingeladen, zu Holger, Wohnmobil bepackt. Kurzes Abendessen, dann geht es los. Bei Sonnenuntergang am Hamburger Hafen. Holger fährt noch weiter bis ca. Höhe Elmshorn. Wir finden einen Wohnmobilstellplatz, ideal zum Übernachten. Es ist noch sehr warm, aber das wird sich hoffentlich bis zu den Lofoten erledigen.
Samstag, 7.Juli: Heute ich bin mit dem Fahren dran. Lange ausgeschlafen, dann Frühstück. Bei Sommerwetter immer weiter die A7 nach Norden. Das Fahren mit dem Boliden macht bei starkem Seiten- und Gegenwind nur bedingt Spaß, und bei Geschwindigkeiten über 110 km/h ist das Fahrzeug fast nicht mehr kontrollierbar. So geht es dahin, und gegen 16:00 Uhr ist Hirtshals erreicht. Wir finden einen schönen Parkplatz, laufen zum Strand und baden in der Nordsee bei mittlerem Wellengang. Großes Vergnügen ohne Zeitdruck. Dann Fahren auf die Fähre. Verbringen die erste halbe Stunde auf dem Sonnendeck, dann versucht jeder, mit Schlaf/Lesen die Zeit totzuschlagen. Kein großes Vergnügen! Mit Schlafmangel verlassen wir die Fähre [in Larviv] und wir suchen uns einen Stellplatz für die Nacht. 30km hinter Larvik werden wir fündig. Kein Kochen. Gute Nacht!
Sonntag, 8.Juli: Der erste lange Fahrtag in Norwegen. Wir fahren durch schönes Bergland, immer wieder reizvolle Seen, das Wetter ist ausgezeichnet. Gegen Mittag löse ich Holger als Fahrer ab, ich darf den Boliden die erste Bergwertung durch die südliche Hardangervidda auf 1.200m hochquälen. Klappt alles prima. Hinunter nach Odda, dort holt sich Gerhild etwas Bargeld vom Automaten. Am Hafen bekommen wir frisches Trinkwasser. Der Stellplatz ist mit 300 Kronen allerdings recht teuer, also fahren wir nach Tyssedal weiter. Erster Versuch, einen Stellplatz am Museum am Hafen zu finden, schlägt fehl. Also fahren wir steil in Richtung Trolltunga. Bei einer Bodenwelle im Ort würfelt Holger das halbe Wohnmobil durch. Wir kommen nur bis zum ersten Parkplatz und entscheiden uns, dort für 300 NOK zu bleiben. Holger fährt mit zwei jungen Deutschen die Straße zur Staumauer empor, die Straße ist für Wohnmobile gesperrt. Oben zahlt man für das Tagesparkticket 500 Kronen. Puh! Bei dem Rumpler ist eines von Gerhilds Saucegläsern zerbrochen, sie konnte noch ca. 100g retten und macht daraus eine Spaghettisauce. Beim Abendessen beiße ich auf drei Glassplitter. Holger erwischt nur einen. Noch schnell den Rucksack packen, dann geht es ins Bett. Ende des Prologs
Endlich, nach zwei Tagen Autofahrt, die erste Wanderung zum touristischen Hot Spot Trolltunga. Durch einen Tipp im Vorfeld habe ich vom Himmelstigen erfahren, dem Klettersteig in der Nähe der Trolltunga. Im Winter 2016/17 wurde der Steig durch einen Lawinenabgang schwer beschädigt und gesperrt, laut Homepage im Juni 2018 aber wieder freigegeben. Wir standen früh auf und fuhren um 06:35 Uhr mit einem Shuttlebus für 100 NOK pro Person zum höheren Parkplatz hinauf. Dort angekommen folgten wir nicht allen anderen Wanderern, sondern gingen hoch zur Staumauer und folgten dem linken Seeufer ca. 2 Stunden lang. Ca. 200m vor dem Punkt, wo der Klettersteig beginnen sollte, lagerten ca. 20 Mountainbikes. Wollten die auch zum Steig? Wir liefen weiter zum Einstieg, dort irritierte uns eine große Warnung, dass der Steig wegen Lawinenschäden nicht begehbar sei. Jemand hatte sogar handschriftlich ergänzt, dass Tritte entfernt worden seien!! Nach kurzem Zögern und mit einem unguten Gefühl stiegen wir aber doch ein. Zunächst mussten wir lange zum Einstieg hochlaufen. Der schmale Pfad löste sich 200 Hm weiter in einem gerölligen Bachbett irgendwann im Nichts auf. Immer weiter ging es rauf, und tatsächlich erreichten wir bei ca. 900m Höhe den Wandfuß. Viele Klammern waren tatsächlich entfernt worden, und bei dem ersten Felsriegel hin ein loses schwarzes Statikseil. Weiter oben dann die ersten Stahlseile, und immer wieder verbogene oder halb abgerissene Eisenklammern. Als es dann in den senkrechten Teil ging, war der Steig zum Glück fast durchgängig intakt, nur einmal fehlte eine Klammer. Nur der Ausstieg war sehr heikel. Die letzten 5-6 Klammern waren abgesägt, aber ein schwarzes Statikseil hing herunter. Also kurz durchatmen und rauf. Oben! Nachdem alles Material eingepackt war, reihten wir uns in die Menschenmassen zur Trolltunga ein. Jeder wollte ein Einzelfoto auf der Felszunge haben, und das bedeutete 30 Minuten Schlange stehen! Wir sparten uns das und liefen zum ebenfalls beeindruckenden Preikestolen (zu deutsch Predigtstuhl) weiter. Wir trafen dort keine Menschenseele! Der Tiefblick ist grandios, ca. 800m Luft unter den Füßen, wenn man sich traut, dort am Abgrund Platz zu nehmen! Danach zurück zur Trolltunga. Dort war immer noch eine sehr lange Schlange. Wir beschlossen, stattdessen Fotos auf der kleinen Trolltunga nebenan zu machen. Das ging problemlos. Nun folgte der laaange Rückweg über das Hochplateau, immer wieder Auf- und Abstiege, zum Abschluss ein fantastischer Blick auf den Gletscher im Westen [Folgefonna]. Zum Schluss endlose Steintreppen hinunter zum großen Parkplatz. Wir mussten nur kurz warten, dann war auch schon der Shuttle-Bus da. Unten am Wohnmobil Sortieren der Ausrüstung, ich nahm noch fix ein erfrischendes Bad im Bergfluss hinter dem Parkplatz, dann fuhren wir wieder weiter, zumindest knapp 40km bis Kinsarvik.


Letzte Änderung : 26-Dez-2016
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