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Auflistung meiner bisher gegangenen Touren


Einzelheiten zur Tour Johann-Klettersteig

Aufbruchszeit8.September 2018, 08:08
Ankunftszeit8.September 2018, 14:00
KategorieKlettersteig
Schwierigkeitschwer schwer
Länge in km8
Höhendifferenz1200
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Streckenprofilhier klicken!

Weitere Einzelheiten zur Tour

Am Vortag waren Moritz und Klaus schon heimwärts gefahren. Der Hüttenwirt der Ignaz-Mattis-Hütte hatte uns für den Samstag am Dachstein gutes Wetter versprochen, und er sollte tatsächlich Recht haben. Wir nahmen den ersten Wanderbus von Schladming zur Talstation der Dachsteinsüdwandbahn, dort trafen wir uns um acht Uhr mit Holger, der mit dem Pkw dorthin gefahren war. Zusammen stiegen wir zunächst zur Südwandhütte auf, mussten dann ein paar Meter bergab laufen, und bogen dann rechts ab, um den Hang zu queren in Richtung des Johann-Klettersteigs. Unter dem Mitterstein kamen die ersten Klettersteigpassagen am Drahtseil über teilweise glatte Felsplatten. Hinter dem Mitterstein noch einmal kleiner Abstieg, dann weitere Querung an den Fuß der gewaltigen Dachsteinsüdwand unterhalb der Dachsteinwarte (2740m).
Der Klettersteig begann jetzt. Wir rödelten uns an und stiegen durch einfache Felsen zunächst ca. 80m leicht bergan auf. Dann folgte der Knackpunkt des Johann-Klettersteigs, der berühmt-berüchtigte Einstiegsüberhang, eine E-Stelle, die extrem viel Armkraft erfordert. Max, Holger und Ronald waren als erste über die Stelle hinweggeklettert. Ich stieg also in die E-Stelle ein, musste wirklich extrem viel Kraft aufwenden, um den zweiten Anker nach dem Einstieg zu erreichen. Dort klinkte ich mich mit Bandschlinge und HMS-Karabiner ein und baute für Kathrin die Kurzsicherung ein. Nach dem Einbau und Herablassen der Kurzsicherung waren meine Kräfte aufgebraucht, meine Beine begannen, die berühmte Nähmaschine zu simulieren, also echt Zeit, von dort wegzukommen. Gerhild stieg nun in den Einstiegsüberhang ein und folgte mir. Holger, Ronald und Max reduzierten das Tempo, ich ebenfalls, und so konnte Gerhild langsam den Rückstand aufholen. Nach ca, zwanzig Minuten traf ich wieder auf Max, Holger und Ronald, die an einem Pausenplatz auf Gerhild und mich warteten. Von dort stiegen wir gemeinsam die Wand empor, und ich muss schon sagen, da war ein extrem langer Abschnitt dabei, in dem es nahezu senkrecht den Fels zum Dachsteinplateau hinaufging. Es waren aber sehr viele Stifte in den Fels geklebt, so dass es technisch nie ein großes Problem darstellte. Nach dem Wandbuch kamen noch zwei kleinere Aufschwünge, dann musste das Ausstiegsband luftig gequert werden, und schon standen wir oben auf dem Gipfel der Dachsteinwarte. Nach dem Gipfelfoto stiegen wir ein Stückchen ab zur Seethaler Hütte, Ronald musste mal eine wichtige Pause in der Hütte machen. Wir anderen warteten draußen auf den Bierbänken. Max brach noch auf zum Dachsteinhauptgipfel über den Schulter-Klettersteig, für Ronald, Gerhild, Holger und mich war die Tour aber ausreichend, und bei Nebel hatten wir am Gipfel kein Interesse. Persönlich hatte ich mit Hochwildstelle, Greifenberg und Schiedeck schon genug Nebelgipfelerlebnisse, und Holger und ich mussten morgen noch den ganzen Tag Auto fahren.
Über den Gletscher liefen wir dann zur Bergstation der Dachsteinseilbahn, der Weg zog sich dabei noch ganz schön in die Länge. Etwas überrascht waren wir, als wir erfuhren, dass wir für die Talfahrt eine Reservierung benötigten. Der Kassierer fragte uns, wie wir denn ohne Reservierung auf den Berg gelangt seien, und als er erfuhr, dass wir den Klettersteig genommen hatte, wies er uns sehr forsch darauf hin, dass auch die Bergsteiger die Reservierung für die Talfahrt benötigten. Er mache da aber heute mal eine Ausnahme, denn bei dem Wetter sei eh nicht so viel los. Interessanterweise hätten wir auch 10 Minuten früher in die Warteschlange gehen können, da war das Kassenhäuschen nicht besetzt. Wir mussten aber warten, da Holger mangels Sommercard ein Ticket lösen musste. Alles sehr merkwürdig.
Die Talfahrt war dann nichts besonderes mehr, und um halb vier saßen wir alle auf dem Balkon der Ferienwohnung und entspannten uns in der Sonne. Max und Kathrin kamen dann auch wenig später an, sie hatte den Dachsteingipfel problemlos erreicht, aber recht wenig Aussicht (eigentlich keine).


Letzte Änderung : 26-Dez-2016
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