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Auflistung meiner bisher gegangenen Touren


Einzelheiten zur Tour Biwaktour Tag 1: Vom Stöberhai ins Kuckanstal

Aufbruchszeit16.February 2019, 08:27
Ankunftszeit16.February 2019, 18:34
KategorieMittelgebirge Mittelgebirgstour
Schwierigkeitschwer schwer
Länge in km26
Höhendifferenz760
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Streckenprofilhier klicken!

Weitere Einzelheiten zur Tour

Ich habe eher unruhig geschlafen. Von Südost wehte ein kräftiger Wind, der leider auch durch die Ritzen der Schutzhütte drückte. Dazu war die Sitzfläche relativ schmal, so dass ich oft befürchtete, mich bei einer ungeschickten Drehbewegung von meinem Schlafgemach zu hebeln. Temperaturmäßig war es aber sehr mild, kälter als +5 Grad wurde es nicht. Der Morgen war dann richtig schön, über dem Gipfelplateau ging die Sonne auf, die alten Laubbäume auf dem Gipfelbaum wurden in rotes Licht getaucht, und auch die Berge bei Annerschbarch leuchteten auf. Zum Frühstück probierte ich eine neue Müslimischung aus, denn für den Reykjavegur im Juni möchte ich mal was anderes als die sündhaft teuren Müslimischungen von Trek-n-eat essen. Mit dem Schoko-Amaranth-Knuspermüsli bin ich jedenfalls auf dem richtigen Weg (saftige Sultaninen und gehackte Mandeln passen bestimmt noch gut dazu!). Dazu gab es ein hartgekochtes Ei. Dann hieß es packen, am alten Horchposten vorbei ging es zum versteckten Gipfel des Jagdkopfs. Die Schneise wurde endlich mal aufgeräumt, welche Überraschung! Es folgte der sehr lange Abstieg über Herzbeeks-Ecke zum Oderstausee. Zwischendrin böse Überraschung: Die Baumschubser hatten reihenweise Fichten über die schöne Schneise geworfen, das kostete einiges an Kraft, unzählige Baumstämme mit dem schweren Rucksack zu überklettern. So viel wollte ich eigentlich gar nicht trainieren. Links von mir röhrten auch die Kettensägen, und ab und zu hörte ich weitere Bäume stürzen. Am Ende der Halbinsel, die in den Oderstausee ragt, kurze Apfelpause, mit einem tollen Panorama über den Stausee und die umliegenden Berge. Das Wasser war noch mit einer dünnen Eisschicht überzogen.
Es ging dann für mich weiter, um einen Seitenarm des Stausees herum in Richtung Campingplatz Glockental. An einem Punkt konnte ich die Baumschubser bei der Arbeit beobachten und auch zusehen, wie eine der Fichten mit lautem Krachen umkippte. Die Baumschubser kümmerten sich um die Fichten, die im letzten trockenen Sommer vertrockneten (Holzverwertung und Bekämpfung der Waldbrandgefahr). Für mich ging es weiter zur Staumauer, dann auf dem wildromantischen Hangweg ins Dietrichstal. Über die Brücke dann steil hinauf zum Kummelberg. Am Antennenmast dann die Entscheidung, den Hauptweg zu meiden und den Hang direkt aufzusteigen. Ganz schön schweißtreibende Plackerei! Oben angekommen gab es eine leckere Currywurst mit Pommes. Es war auch einiges los um die Mittagszeit, die Bedienungen hatten alle Hände voll zu tun. Weiter ging es dann hinab ins Luttertal, und dann auf Höhe des Rewe wieder hinauf zum Hausberg. Dort war es mir aber zu voll, und so drehte ich nur eine kurze Runde auf der Aussichtsplattform, machte ein paar Fotos und stieg über die Fahrstraße wieder ab zum Weinbergsattel. Kurz durch die Fuzo, dann ins Wiesenbektal. Wie im Oktober 2018 folgte ich dem schmalen Fußweg links der Straße durch den schönen Buchenwald, um dann den steilen Mörserpfad einzuschlagen. Oben angekommen hinaus auf die Wiesen, im Linksbogen zum höchsten Punkt der Wiesen, dem Vollmond über dem Wald entgegen. Oben angelangt offenbarte sich mir ein wunderschöner Blick aus dem Harz hinaus in Richtung Göttinger Stadtwald (die beiden Gleichen waren zu erkennen). Kurze Pause in der Sonne (tat das gut!), dann durch eine kleine Schlucht hinab zum Wiesenbeker Teich. In Dombrowskis Baude auf ein Weizenbier eingekehrt. Unglaublich, wieviel Dekokrams in der Gaststube so rumsteht und rumhängt. Keine Lampe gleicht der anderen! Mit einsetzender Dämmerung dann weiter zur Hohen Tür. Puh, der Aufstieg zieht sich jetzt doch ziemlich in die Länge. Hinab ins Steinatal. Treffe einen einsamen Waldarbeiter, der so spät abends noch Holz hackt. Wir plaudern kurz. Er mache das jetzt schon die ganze Woche jeden Abend so, erspare ihm das Fitness-Studio. ;-) Er wünscht mir noch einen guten Weiterweg, und ich wandere weiter zur Steinaer Talsperre. Zum Ende der Blauen Stunde erreichte ich wieder die Fahrstraße am Sportplatz. Von hinten nähert sich ein Auto, es ist der Waldarbeiter. Er meint, dass es wohl doch noch etwas bis ins Kuckanstal sei und er könne mich ja fix rumfahren nach Bad Sachsa. Mit dem Stolz des erschöpften, aber glücklichen Wanderers lehne ich dieses Angebot ab. Ich verlasse das Steinatal und steige jetzt wieder steil zur Webersbank auf. Der Mond leuchtet wieder hell, und die Stirnlampe benötige ich immer noch nicht. Der Weg war ziemlich matschig, so ziemlich die einzige matschige Stelle auf den ganzen 42 Kilometern. Hinter der Webersbank Abstieg ins Kuckanstal auf teilweise stark vereistem Wanderweg. Nach Erreichen der Kantorwiese nach rechts. Etwas irritiert bin ich, dass es so ruhig ist. Hier müsste doch der Bergbach rauschen! Der Wanderweg war auch nicht mehr zu sehen (vielleicht ein Opfer des Sommerhochwassers 2017?), also folgte ich der Fahrstraße zur Kantorhütte. Dort auch wieder lautes Rauschen. Der Bach wurde oben irgendwo gefasst und einem Trinkwasserbehälter zugeführt. Der Überlauf lag direkt unter der Kantorhütte, eine bessere Trinkwasserversorgung konnte es gar nicht geben! Dazu war die Hütte ideal gebaut, um den kalten Wind aus dem über mir liegenden Tal abzuschirmen, und ich konnte einen gemütlichen Abend mit Essen und dem Rest Rotwein verbringen. Auch die Erdnüsse wurden alle. ;-) Schade nur, dass ich den leckeren Bergkäse im Kühlschrank vergessen hatte.


Letzte Änderung : 13-Mrz-2019
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