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Auflistung meiner bisher gegangenen Touren


Einzelheiten zur Tour Biwaktour Tag 2: Vom Kuckanstal nach Wieda

Aufbruchszeit17.February 2019, 08:40
Ankunftszeit17.February 2019, 13:00
KategorieMittelgebirge Mittelgebirgstour
Schwierigkeitschwer schwer
Länge in km13
Höhendifferenz590
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Streckenprofilhier klicken!

Weitere Einzelheiten zur Tour

Das war eine wirklich sehr erholsame Nacht. Am Vorabend hatte ich dreimal Wildgänse über das Gebiet fliegen gehört. Die Liegefläche war heute etwas breiter als am Vortag, dazu eine absolut windundurchlässige Holzwand der Kantorhütte. Und das Rauschen des Wassers wirkt sowieso einlullend. Nachdem ich mich aus dem Schlafsack gepult hatte, ein Blick auf meine Uhr: Das Thermometer zeigte 0,6 Grad an. Fühlte sich aber in der Hütte nicht so schlimm an. In Ruhe gefrühstückt und dann alles gepackt und um halb neun aufgebrochen. Ein paar Meter Aufstieg über den steilen Teufelspfad, und schon stand ich in der für Mitte Februar ungewöhnlich warmen Morgensonne auf den stolzen Felszacken des Kuckanstal, einem ca. 300 Mio. Jahre alten Lavafeld aus Rhyolith. Irgendwie schon tief beeindruckend, in einer geologisch so interessanten Gegend die Nacht zu verbringen. Na ja, die Felsspitzen lagen leider schnell hinter mir, und über den Ede-Baller-Weg stieg ich (mit kurzem Abstecher zum Philippsgruß) über die Kaethe-Schulken-Hütte zum Ravensberg auf. Diesen erreichte ich um viertel vor zehn, der Gipfel war noch menschenleer. Die Luft war heute etwas diesiger als gestern, aber die Gipfel des Harzes waren immer noch sehr schön zu sehen.
Über den teilweise stark vereisten Eselsweg hinab zum Drei-Herren-Stein, weiter zur Uffequelle über eine ebenso stark vereiste Skiloipe. Bin zum Glück nicht auf die Nase geflogen. Zum Schluss ging es in das Ziegental hinab nach Wieda. Unterwegs, auf einer kleinen Schneise, scheuchte ich eine Eule auf, die links vom mir aufflog und drei Meter vor mir mit ihren riesigen Schwingen lautlos nach rechts verschwand! Sehr beeindrucken!
Je näher ich Wieda kam, desto frühlingshafter wurde es. Links von mir lagen die Buchen in der Sonne, und die Meisen hüpften dort aufgeregt von Ast zu Ast und zwitscherten, was das Zeug hielt. Unten erreichte ich dann das ebenfalls sehr schöne Herrenwiesental. Kurze Pause und die letzten Äpfel aus dem Rucksack aufgegessen.
Auf der OSM war ein kleiner Pfad rechts vom Bach ausgewiesen, aber ich fand nur einen grausam mit Bäumen zugeworfenen Pfad vor, der früher mal der Wiedaer Venennweg gewesen ist. Heute eher der Weg der ungezählten Sorgen, habe den Weg mittlerweile von der OSM getilgt! Dort, wo mich eine Brücke wieder nach links auf die Wiesen zurückführen sollte, war nichts mehr, also beschloss ich, gleich nach rechts die steilen Hänge zum Knicking aufzusteigen. Oben fand ich eine fantastische Schneise vor, der ich problemlos nach Norden folgen konnte. Den Gipfel des Knickings vor Augen, beschloss ich, diesen auch noch zu überschreiten. Links ragte eine markante Kuppe aus dem Hang, diese wollte ich mir zunächst anschauen. Es muss dort vor vielen vielen Jahren einmal einen Aussichtspunkt gegeben haben, Reste zweier Bänke waren noch zu erkennen, und viele eingeritzte Buchstaben auf den Buchen zeugten davon, dass dies für viel Verliebte offenbar einmal ein geheimer Treffpunkt gewesen sein muss.
Oben auf dem Gipfel fand ich einige Felsen, wahrscheinlich vulkanischen Ursprungs (Porphyr?) vor. Über den teilweise noch gefrorenen Nordhang Abstieg zur Alten Wache, einem tollen Aussichtspunkt über Wieda, wo es früher auch mal eine Stempelstelle gab. Die Bergwiesen waren auch noch durchgefroren, und auf den zahlreichen Kehren des Wiesenpfads musste ich noch einmal gut aufpassen, um nicht aufs Maul zu fliegen. Unten angekommen kurzes Studieren einer Dennertfichte, dann kam der letzte Aufstieg der Biwaktour, der Weg zur Sattelfläche zwischen Kuckuck und Käseberg. Besonders schön fand ich die Bergwiesen zur Linken, da kommt man sich glatt wie in den richtigen Bergen vor! Nach Erreichen des Sattels über Wiesen Abstieg in das dahinter liegende Tal, auf durchgefrorenen Schneeresten ließ es sich besonders gut absteigen. Unten im Tal angekommen noch ein paar Meter nach rechts, und schon war ich nach 43km wieder zurück am Auto.
Die Rückfahrt führte mich über Elend und Drei-Annen-Hohne (Torfhaus war mir bei dem Ausflugswetter einfach zu riskant!), und auf dem weiteren Rückweg auf der B244 belohnte ich mich noch mit einem Texas-XXL-Burger bei Richies Grill. Dürfte übrigens neuer Rekord sein: 17.Februar im T-Shirt draußen sitzen und Burger futtern! :-)


Letzte Änderung : 13-Mrz-2019
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