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Auflistung meiner bisher gegangenen Touren


Einzelheiten zur Tour Durch Reykjadalur und Grænadalur

Aufbruchszeit5.July 2019, 07:27
Ankunftszeit5.July 2019, 14:38
KategorieMittelgebirge Mittelgebirgstour
Schwierigkeitmittel mittel
Länge in km20
Höhendifferenz580
Kartenausschnitthier klicken!
Streckenprofilhier klicken!

Weitere Einzelheiten zur Tour

Ein Grund, warum ich um drei Uhr nachts so aufgebracht war, war schlicht und ergreifend der Grund, dass wir heute mit sechs Uhr zeitig aufstehen wollten, denn wir wollten vor den großen Menschenmassen den heißen Fluss im Reykjadalur erreichen. Und ich muss sagen, trotz der kurzen Nacht klappte das frühe Aufstehen erstaunlich gut. Gut gelaunt frühstückten wir und brachen um 07:30 Uhr auf. Es wehte ein noch kühler Wind von Nord, lebhaft, aber nicht allzu stark. Über das weite Tal kamen wir gut voran und erreichten den noch fast leeren Parkplatz am Fuße des Reykjadalurs. An einigen kleineren Blubberpötten vorbei ging es steil bergauf in das Tal. Ca. 45 Minuten später erreichten wir die riesigen heißen Quellen unterhalb der Badestege. Diese bestaunten wir ehrfürchtig, ehe wir den Badefluss erreichten. Schnell hatten wir ein leeres Becken im Fluss gefunden und sprangen schnell in das ca. 35 Grad heiße Wasser. Herrlich, so hielten wir es fast eine Stunde lang aus, dann mussten wir aber auch raus: Wir waren gut durchgegart! :-) Richie suchte im Anschluss nach dem Geocache im Reykjadalur, wir anderen vier beschlossen, weil wir noch genügend Zeit hatten, die vom Zeltplatzchef empfohlene Runde über die nördlich liegenden Berge zu absolvieren. Dazu ging es zunächst in das westliche Seitental des Reykjadalurs. Und hier kamen noch viel mehr heiße Quellen, eine spannender als die andere. Der Bach verlor sich in einer kleinen Schlucht, der Weg zog links davon steil bergauf auf ein Hochplateau, das in Richtung Hengill-Gebirge zog. Der erste Berg, den wir überschritten, war der Ölkelduhn˙kur, danach ging es recht steil in den Sattel von Olkelduhßls hinunter, dort ein paar kleinere heiße Quellen. Hier hatten wir plötzlich unseren blau bepflockten Pfad wieder! Wir folgten ihm und schritten dadurch nordwärts eine kleine Schlucht aus. Anette und Holger trennten sich dann von Ronald und mir, sie wollten dem Pfad folgen, während Ronald und ich auch noch den nächsten Gipfel, den Dalaskar­shn˙kur, erklimmen wollten, denn es sollte hier irgendwo eine Aussicht auf den ■ingvallavatn im Norden geben. Und tatsächlich, wir konnten den See von der Bergspitze aus sehen, davor lag auch noch ein kleinerer See, der └lftatjörn. Vor der Trennung von Holger und Anette hatten wir uns abgesprochen, dass wir einen alternativen Rückweg durch das GrŠnadalur nehmen wollten. Das Tal ist auf jeden Fall einen Besuch wert, es gibt abermals unzählige heiße Quellen, dazu in der Ostflanke des langen Tals viele bunte Flächen, gebildet durch verschiedene tonhaltige Gesteine und Erdschichten. Grün, blau, grau, es war alles vertreten. Holger und Anette nahmen einen Freestyle-Weg, mussten dafür mehrere sumpfige Wiesen durchqueren und sechsmal furten. Ronald und ich stiegen auch zuerst den blauen Pflöcken folgend zu tief ab, aber wir entschieden uns dafür, wieder etwas den Westhang emporzusteigen, um den verpassten Pfad zu suchen. Wir fanden ihn tatsächlich und konnten ihm bis zum Parkplatz folgen, auch wenn der Weg ab und zu schwer zu finden war. Der Wind ließ nun nach, und die nervigen Fliegen übernahmen die Kontrolle. Ich war heilfroh, mein Moskitokopfnetz dabei zu haben, Ronald war jedenfalls ziemlich genervt. Nachteil mit dem Kopfnetz: Die Landschaft und die heißen Quellen lassen sich nur eingeschränkt optisch genießen. Kurz vor Ende des Tals trafen wir auch Holger und Anette wieder. Zusammen liefen wir den letzten halben Kilometer bis zum Parkplatz, wo wir auch Richie sofort wiedertrafen. Gemeinsam wanderten wir dann durch das weite Tal zurück zum Zeltplatz nach Hverager­i zurück, wo wir mit genügend Zeitpuffer für den Mietwagen ankamen. Für mich war der Tag aber noch nicht zu Ende. Gegen vier brach ich auf zur Bushaltestelle an der Orkan-Tankstelle, um mit der Buslinie 71 nach ■orlakshöfn zu fahren. Ich musste ca. 15 Minuten warten, dann fuhr ein großer Linienbus vor, aber der sollte nach Reykjavik gehen. Dann entdeckte ich einen kleinen Bus, der sich klammheimlich auf den Platz in meinem Rücken gestellt hatte. Schnell spurtete ich zum Bus, direkt danach fuhr der Bus schon ab. Zuerst dachte ich, nun wäre alles geschafft, aber weit gefehlt. Zwei weibliche Fahrgäste wurden ca. 300 Meter vor Ortseingang von ■orlakshöfn vom Busfahrer am Rande eines Lavafeldes herausgelassen. Der Busfahrer fragte mich, wo ich denn hinwolle, ich sagte selbstbewusst, dass ich zur Hertz-Filiale in der Straße Mi­bakki wolle. Hmm, er kenne beides nicht, aber er fahre mich mal in den Hafen, da könne ich ja dann fragen. Dort angekomen war weit und breit keine Hertz-Filiale zu finden. Ich betrat das Verwaltungsgebäude einer Container-Logistikfirma. Ne, Hertz kennen sie auch nicht, ich solle am besten mal anrufen. Oje, nicht gut. Die Hertz-Mitarbeitern war dann sehr erstaunt, wie ich es denn geschafft hätte, eine gültige Fahrzeugreservierung mit Abholung in ■orlakshöfn zu buchen. Die Filiale gäbe es seit Jahren nicht mehr. Sie würde aber versuchen, was zu erreichen und sich in zehn Minuten zurückmelden. 25 Minuten später rief ich dann noch einmal an. Ja, Herr Köhler, es ist gerade ein Kollege mit dem Mietwagen in Reykjavik zu ihnen aufgebrochen, der ist in einer knappen Stunde bei ihnen. Bitte jetzt noch schnell die Daten für das Mietauto durchgehen, dann klappt alles. Puh, und es hat geklappt. Der Mitarbeiter, Inge war sein Name, war um kurz nach sechs im Hafen, um mir einen Toyota Auris zu übergeben. Ich brachte Inge zur örtlichen Tankstelle, wo ihn dann bald ein Kollege abholen würde, ich fuhr dann sehr glücklich zurück nach Hverager­i, um die anderen einzusammeln, die mittlerweile die Zelte abgebaut hatten. Auf der Ringstraße fuhren wir dann bei sehr dichtem Verkehr (Stop and Go bis Selfoss) zu Julia, wo wir wie gewohnt herzlich empfangen wurden. Zum Abendessen gab es zwei große Bleche Pizza und einen sehr leckeren Salat, in dem auch einige Blumen waren, die wir in den letzten Tagen auf den Lavafeldern sprießen gesehen haben. Nach dem Essen waren aber alle sehr müde, und ich schlief in dem bequemen Bett bei zugezogenen Gardinen fast neun Stunden am Stück!


Letzte Änderung : 13-Mrz-2019
Copyright Jens Köhler, Velpke, Steinbruchstraße 1