Startseite
Über Mich
AHP4
Galerie
Sehschlangen
Tourenbuch
Bookmarks
Elektronik
Bewertung
Geschichten

Auflistung meiner bisher gegangenen Touren


Einzelheiten zur Tour HTG-Ötztal: Wildspitze und Petersenspitze

Aufbruchszeit25.July 2019, 05:03
Ankunftszeit25.July 2019, 13:45
KategorieHochtour Hochtour
Schwierigkeitschwer schwer
Länge in km16
Höhendifferenz1230
Kartenausschnitthier klicken!
Streckenprofilhier klicken!

Weitere Einzelheiten zur Tour

2004 war es, dass ich zuerst eine Gelegenheit hatte, auf die Wildspitze zu steigen. Damals feierte die HTG ihr 40-jähriges Bestehen auf der Braunschweiger Hütte. Aber ich hatte noch keine Hochtourenerfahrung, und so blieb mir damals nur eine Tour auf die Innere Schwarze Schneid, während die anderen in einer sehr sehr langen Tour (15 Stunden) zur Wildspitze aufbrachen und fix und fertig zurückkehrten.
Diesen Urlaub fühlte ich mich richtig fit, und zusammen mit Martin, Holger, Felix und Alex brach ich nach dem Thermo-Frühstück um fünf Uhr in der Vernagthütte auf. Es dauerte eine Weile, bis wir endlich am Gletscher waren, denn wir mussten sehr tief bis zum Vernagtbach absteigen und zwei Gletschflüsse auf sehr schmalen Holzstegen überqueren. Den Spuren einer Bergführergruppe nach ging es hinauf zum Brochkogeljoch. Von Ronald, der bereits am Vortag hier war, wussten wir, dass dort die Schlüsselstelle der Tour lag. Ca 80 Höhenmeter unter dem Joch seilten wir aus und stiegen steil zum Joch hinauf. In der Höhe war das schon ziemlich anstrengend, die letzten 15 Höhenmeter führten durch Wechtenschnee auf das weite Feld des Taschachferners. Tief eingetretene Stufen mussten steil erklommen werden, hier war der Pickel richtig hilfreich. Aber am frühen Vormittag war der Firn noch sehr fest und stabil. Oben angekommen dann wieder anseilen, der Hintere Brochkogel wurde nördlich umgangen, dann folgte der letzte steile Aufschwung (zwei tiefe und weite Spalten am Bergschrund) hinauf zum Beginn des Südgrats der Wildspitze. Dort war ziemlich viel los, es trafen sich ja die Seilschaften von Taschach-Haus, Braunschweiger und Breslauer Hütte. Aber es war ein schiacher Treffpunkt, in der Toteiszone lagen große Gneistrümmer auf dem Blankeis herum, und es kam einmal vor, dass eine Gruppe Bergsteiger dieser Felsblöcke anstieß und dann die tiefere Gruppe alles abbekam. Zum Glück war diese Zone nur 10 Höhenmeter breit, dann wurde der Untergrund fest, es war aber noch einiges an Plackerei in der Höhe nötig, um das Gipfelkreuz in 3760m Höhe zu erreichen. Aber wir kamen gut an, nur die Sicht war nicht mehr ganz so gut wie die beiden Tage zuvor, die Luft war diesiger geworden und die Sonne teilweise von Schleierwolken verdeckt. Die Braunschweiger Hütte konnte ich dank Kenntnis der Topografie rund um die Hütte erkennen, die Hohe Geige markierte exakt, wo der Geigenkamm lag, und das Ufo auf dem Brunnenkogel mahnte, dass noch weitere Skigebietsausbauten im Bereich unserer Hütte offenbar unausweichlich feststehen. :-(
Schade, der Geocache war nicht zu finden, und so stiegen wir alsbald wieder ab, mussten allerdings zwei Bergführergruppen im Aufstieg erst einmal abwarten. Unten auf dem Gletscher ging es aber wieder gut voran, die Umgehung des Hinteren Brochkogels wurde von unzähligen Geröll- und Schuttabgängen begleitet. Der Brochkogel hat seinen Namen jedenfalls zu Recht! Als die Petersenspitze vor uns auftauchte, flaxte Holger, dass ich doch bestimmt gern diese Firnkuppe überschreuten wolle. Ja, das wär doch was, sagte ich. Und bestimmt auch besser, als diese olle Wechte im weichen Nachmittagssulz hinabzurutschen. Also gesagt getan, wir überschritten noch die 3484 Meter hohe Petersenspitze. Etwas wehmütig ist das schon, denn es ist absehbar, dass die Firnkuppe dieses kleinen Gipfels in den nächsten Jahren verschwinden wird. Noch aber gibt es sie, diese gewaltige Eiswand, die über dem Taschachgletscher zur Petersenspitze aufragt, und wir durften sie noch sehen!
Dann kam ein etwas mühsamer Teil, Schutt und Firn wechselten sich bis zum Taschach-Hochjoch ab. Alex kannte netterweise dieses Joch schon vom Montag (da waren wir auf der Hochvernagtspitze), und über zwei Firnfelder konnten wir sehr einfach auf den Vernagtferner absteigen. Der Weg über den Gletscher ging dann richtig schnell vonstatten, nur eine Stelle mit Gletschersumpf, ja die haben Holger und ich noch einmal richtig fett mitgenommen und sind bis zur Wade im Eiswasser versunken. Dann nur hinüber zum Schuttfeld am Gletscherrand, Ausseilen, Material verstauen und auf den einfachen Weg zurück zur Hütte. Juhu, Wildspitze bestiegen, Top of Tirolia!
Der Gipfelsieg wurde dann mit einem Bad im Hüttenpool gefeiert. Am Abend gab es ein schweres Unwetter, ca. 30 Minuten fiel Hagel vom Himmel, aber da war die Tour ja schon lange vorbei.


Letzte Änderung : 13-Mrz-2019
Copyright Jens Köhler, Velpke, Steinbruchstraße 1