Startseite
Über Mich
AHP4
Galerie
Sehschlangen
Tourenbuch
Bookmarks
Elektronik
Bewertung
Geschichten

Auflistung meiner bisher gegangenen Touren


Einzelheiten zur Tour Brenta: Von Vallesinella zum Rifugio Stoppani

Aufbruchszeit28.July 2019, 14:45
Ankunftszeit28.July 2019, 17:30
KategorieBergwanderung Bergwanderung
Schwierigkeitmittel mittel
Länge in km7
Höhendifferenz890
Kartenausschnitthier klicken!
Streckenprofilhier klicken!

Weitere Einzelheiten zur Tour

Sodele, da war ich also in der Brenta, an einem Ort, der so ähnlich heißt wie Hohes C. Valensina oder... halt nein: Vallesinella. Peter und Christine waren auch mit dabei. Aber bis zum Start der Wanderung gab es einige Irrungen und Wirrungen, es hat mit dem Thema Parken zu tun. Also drehen wir die Zeit mal ein bisschen zurück:
Gegen 12:00 Uhr brachte ich Stefan mit meinem Auto zur Talstation des Grosté Express, der Seilbahn, die nördlich von Madonna di Campiglio direkt zum Rifugio Stoppani hinauffährt. Im Anschluss bin ich durch den Straßentunnel ans Südende von Madonna die Campiglio gefahren. Im Tunnelportal befinden sich Polizei und Feuerwehr. Einige Internetquellen und auch Karten besagen, dass man dort Parken könne. Aber Fehlanzeige: Überall Halteverbotsschilder. Also weiter zur Vallesinella-Straße. Heute morgen habe ich extra im Hotel Post gefragt, wie das mit dem Parken dort sei. Kein Problem, sagte die Dame, Parken ist sogar kostenlos, und die Straße tagsüber geöffnet. Ok, dann mal hin. Aber: Verbotsschild, Straße ist tagsüber zwischen 9 und 18 Uhr gesperrt. Dahinter noch eine große Holzabsperrung. Kehrtwende: Da bleibt wohl nur die Tiefgarage am kleinen See, wo auch der Shuttle-Bus nach Vallesinella abfährt. Rein in die Tiefgarage, mittlerweile fängt es an zu regnen. Es bleibt noch genug Zeit, bis Peter und Christine aus Trento eintreffen, also mache ich es mir bequem und knabbere etwas Gebäck. Da klingelt das Telefon. Stefan ist dran, seine Stiefel sind noch im Kofferraum. Ok, kann passieren. Ich geh aus der Tiefgarage raus zum Kassenautomaten. Frage die junge Dame, ob ich kostenlos rausfahren dürfe, ich käme ja gleich zurück. Nein, da könne sie nichts machen, ich muss das Ticket bezahlen. Zähneknirschend bezahle ich zwei EUR für zwanzig Minuten parken. Raus aus dem Ort, durch den Tunnel nordwärts, zur Talstation des Grosté Express. Stefan freut sich sehr über seine Stiefel. Er hätte auch schon bereits eine Schweizer Klettersteigtruppe kennengelernt, und guten Kaffee gäbe es auch. Alles prima. Ich fahre wieder zurück, durch den Tunnnel, in den Ort, durch drei oder vier Bremsbuckel, hinein in die Tiefgarage. Zehn Minuten später klingelt das Handy wieder. Peter ist dran. Ja, sie wären jetzt vor der Tiefgarage. Die junge Dame im Häuschen hat ihnen gesagt, man könne problemlos nach Valensina fahren. Ich also wieder aus dem Auto raus, aus der Tiefgarage raus, zu dem Holzhäuschen mit der jungen Dame. Nein, das Ticket könne sie mir immer noch nicht entwerten. Sie sei auch nur für die linke Tiefgarage zuständig. Da fällt mir ein, dass es zwei Einfahrten gibt. WTF!? Ich bin immer rechts eingefahren. Ok, zum Kassenautomaten. Der brabbelt irgendwas auf italienisch, es wird mir aber kein Zahlbetrag angezeigt. Fehlfunktion? Lesefehler? Egal, ich probiere die Ausfahrt, und tatsächlich, ich bin wohl unter dem Zeitlimt, vielleicht hatte die Anlage auch einfach nur Mitleid, und ich konnte ohne zu bezahlen rausfahren.
So, und damit nun im Internet wenigstens eine deutschsprachige Erklärung zu finden ist, wie man in Vallesinella parkt, hier die Auflösung: Parken ist in Valesinella kostenlos. Tagsüber muss allerdings der Busverkehr auf der schmalen Zufahrtsstraße mit dem Pkw-Verkehr koordiniert werden. Aus dem Grund ist die Einfahrt in das Tal in Madonna di Campiglio zunächst blockiert. Fährt man am Schild und an der Holzabsperrung vorbei, kommt ein kleines Kassenhäuschen. Hier kann man für den Parkplatz und für die Einfahrt ins Tal bezahlen (in meinem Fall waren das 21 EUR für sechs Tage). Dann müssen die einfahrenden Fahrzeuge warten, bis ein Shuttlebus in das Tal fährt, dem Bus kann man dann hinterher fahren. Auf etwa der Hälfte gibt es eine Ausweichstelle, dort muss eventuell noch einmal auf den Gegenbus gewartet werden. Dieses ganze Prozedere ist nirgendwo erwähnt oder beschrieben.
So, nun ist die Geschichte erklärt. Kurz vor drei waren Christine und Peter abmarschbereit, und wir sind dem kleinen Fluss zu den oberen Wasserfällen gefolgt. Der Regen hat mittlerweile fast aufgehört, es tröpfelt nur ganz leicht, und der Wasserfall, der unvermittelt nach einer Linksbiegung des Weges auftaucht, ist echt spektakulär. Bei Hochsommer bieten sich auch zahlreiche Gumpen zum Baden an. Der Weg quert auf ein paar Holzbrücken die Bäche der Wasserfälle und gewinnt an Höhe, oben kommen wir auf einer Almwiese heraus. Peter ist noch einmal umgekehrt, er ist sich nicht sicher, ob sein Auto auch abgeschlossen ist (natürlich war es das ;-). Nach der Almfläche gewinnen wir durch einen schönen Wald immer mehr an Höhe und kommen irgendwann aus dem Wald heraus und laufen auf einen riesigen Felspfeiler mit einer roten Bruchkante zu, der Corna Rossa, der roten Ecke. Jetzt setzt leider Dauerregen ein, ich lege Vollschutz an. Dadurch können wir leider die wunderschönen blühenden Bergwiesen vor dem Rifugio Grosté nicht komplett genießen. Ab dem Refugio geht es über eher öde Skihänge mit viel Schutt hinauf zum Rifugio Stoppani, wo uns Stefan schon freudig erwartet. Und das Rifugio ist ein echter Luxusbunker. Riesige Betten mit Decke und Kissen, Fernseher, Bad mit Duschwanne, im 1.Stock eine riesige Champagnerbar. Tja, das ist eigentlich für die Wintersaison gebaut. Zusammen mit 3 anderen sind wir die einzigen Gäste in dem riesigen Palast. Wir haben Mühe, das Abendessen unterzubringen, was hauptsächlich an den zwei großen Vorspeisentellern liegt.


Letzte Änderung : 13-Mrz-2019
Copyright Jens Köhler, Velpke, Steinbruchstraße 1