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Auflistung meiner bisher gegangenen Touren


Einzelheiten zur Tour Brenta: Vom Rifugio Pedrotti über Brentai Abstieg nach Vallesinella

Aufbruchszeit1.August 2019, 07:30
Ankunftszeit1.August 2019, 16:00
KategorieKlettersteig
Schwierigkeitschwer schwer
Länge in km15
Höhendifferenz900
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Weitere Einzelheiten zur Tour

Nach dem Abklingen des Gewitters klarte es in der Nacht wieder auf, und es wurde eine relativ kühle Nacht, ich glaube, es war einer der wenigen Morgen mit Taubildung. Wir tranken den Kaffee draußen auf der Terrasse (auch wenn das den Hüttenwirt sichtlich verwirrte. Wie, ihr wollt mein gutes Frühstück nicht!?) und brachen dann auf gen Bocca di Brenta. Dort begann ein weiterer Klettersteig, der uns zur Campanile Basso und Campanile Alto führte. Nach der Scharte verpassten wir zunächst den Einstieg in den Klettersteig, der mit einer ausgesetzten Querung auch gleich richtig loslegte. Christine fühlte sich heute leider nicht so gut, sie entschied spontan, auf direktem Weg zum Rifugio Brentai abzusteigen, wo wir heute abend übernachten wollten. Peter und ich sind dann also zu zweit weiter. Leider hatten wir viel Nebel, aber dennoch staunten wir so einige Male über die Wegwahl. Unterwegs, so an der Campanile Alto, trafen wir auch Stefan wieder. Na das war ein Hallo! Danach setzten wir unsere Tour auf dem Klettersteig auf abenteuerlichen Bändern zur Bocca dei Armi fort, einer wildzerklüfteten Scharte oberhalb des Refugio Alimonta. Die Scharte tauchte unvermittelt nach einer Linkskurve auf dem Band auf. In die Scharte musste über einen zerklüfteten Felstum abgeklettert werden, nun hatten wir den Nebel im Rücken und freie Sicht nach Nordwest. Seeehr schön! Unten angekommen stiegen wir kurz in Richtung Rifugio Alimonta ab, dann schlug Peter vor, bei dem schönen Wetter noch etwas dranzuhängen. Er brauchte keine Überredungskünste, ich fand die Idee sehr gut, und so quälten wir uns über die Nordwesthänge der Cima Molveno hinauf zum Rande der spektakulären Scharte Bocca dei Massodi! Schwer zu beschreiben, am besten stellt man sich vor, dass jemand in ein Kalkmassiv mit einer riesigen Axt eine Kerbe reingeschlagen hat. An der linken Seite mussten wir über Leitern in die Scharte abklettern. in der Scharte eine ca. 10m lange Schuttquerung hinüber zur anderen Felswand, dort Querung nach links auf sehr schmaler Leiste, dann eine Art Kreuzung: Nach unten Abstieg zu Alimonta und Brentai, nach oben zur Cima Brenta auf dem 305. Wir hatten noch Körner über, mein GPS zeigte, dass oben auf dem Spallone dei Massodi ein Tradi läge, also nichts wie los. Es war eine sehr interessante Mischung aus Leitern, Bändern, Rinnen, kleinen Kaminen, gegen Ende immer spärlicher versichert, aber gut markiert. Oben erreichten auf 3004m Seehöhe ein wunderbares Aussichtsplateau mit vielen Steinmännern. Schiffsbugartig ragte die Cima Brenta links von uns aus dem Nebel auf, rechts davon führte der Weg 305 lang und spuckte gerade ein Doppeldutzend Klettersteiggeher aus. Nee, wenn die jetzt in die Bocca dei Massodi wollen!? Wir ließen eine lange Gipfelpause daher ausfallen und kehrten schnell um. Wir kamen gut voran und erreichten nach ca. 30 Minuten wieder unsere Nach-oben-Nach-Unten-Kreuzung. Diesmal ging es bergab mit uns. Puh, waren das viele Leitern. Ich habe sie nicht gezählt, aber es dürften so 15 gewesen sein. Dann hatten wir endlich das Schneefeld erreicht (Vedretta dei Brentai) und konnten bequem zum Rifugio Brentai absteigen. Dort warteten schon Stefan und Christine. Während der Pause auf der Terrasse ergab sich relativ schnell, dass die meisten lieber absteigen wollten. Ich schloss mich dem an, obwohl ich auch nichts dagegen gehabt hätte, die Brentatour gemütlich auf der Hütte ausklingen zu lassen. So sind wir also noch zwei Stunden länger gewandert und erreichten problemlos unsere Autos auf dem Valensina-Parkplatz (pardon, Vallesinella). Stefan und ich schlugen uns dann noch über den Brenner bis nach Patsch vor Innsbruck durch, am nächsten Tag ging es dann über den Scharnitz-Pass und München zurück in die Heimat.


Letzte Änderung : 13-Mrz-2019
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