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Auflistung meiner bisher gegangenen Touren


Einzelheiten zur Tour Schönfeldspitze und Funtenseetauern

Aufbruchszeit22.September 2019, 07:50
Ankunftszeit22.September 2019, 18:00
KategorieBergwanderung Bergwanderung
Schwierigkeitschwer schwer
Länge in km15
Höhendifferenz1190
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Streckenprofilhier klicken!

Weitere Einzelheiten zur Tour

Beim Prüfen der Wettervorhersage trat das Problem auf, dass plötzlich für den Montag Dauerregen angesagt war. Damit war eigentlich die Besteigung des Funtenseetauerns schon wieder gestorben wie zuletzt im September 2017. Am Donnerstag vor der Abreise kam mir dann ein kühner Gedanke: Ließe sich vielleicht die Überschreitung der Schönfeldspitze mit der Besteigung des Funtenseetauerns kombinieren? Im großen Gebietsführer der Berchtesgadener Alpen wird ein Winterweg durch das Ledererkar erwähnt. Ok, Idee gespeichert und mitgenommen zum Riemannhaus.
Uwe fand die Idee auch reizvoll. Aber zunächst starteten wir den Tag mit dem Aufstieg zum Schönegg, dem Beginn des Grates, der vom Sommerstein zur Schönfeldspitze verläuft. Ab dort hatten wir tolle Aussichten hinunter in das Tal, während es in Richtung Wurmkopf nach Osten ging, immer näher an die Schönfeldspitze heran. Hinter dem Wurmkopf ein kurzer Zwischenabstieg, dann kam der Weg von links aus dem Hochplateau dazu und es ging nun steiler hinauf, mit vielen Ier-Stellen. Der Steig bog links um die Ecke in die Südwand der Schönfeldspitze, und diesmal fand ich das erdige Band nicht so schlimm wie damals 2010 mit Birgit. Der weitere Aufstieg war nur noch eine Formsache, und wir konnten die Aussicht auf dem Gipfel mit dem wunderschönen Gipfelkreuz genie0en.
Aber wir mussten weiter, und das bedeutete, die steile Ostflanke der Schönfeldspitze über unzählige Absätze abzuklettern. Eine kleine Kalkspitze mit einem interessanten geneigten Band mussten wir noch überklettern, und schon waren wir in der Buchauer Scharte zwischen Schönfeldspitze und Selbhorngrat (das Selbhorn ist zwei Meter höher als die Schönfeldspitze und damit der höchste Gipfel des Steinernen Meeres). Nun konnten wir uns auf dem ausgebauten Wanderweg zum Toten Weib etwas erholen. An der Grenze zwischen Bayern und Österreich angekommen machten wir eine kurze Pause und schauten uns das Gebiet an, in das wir nun weglos einsteigen wollten. Uwe war nicht ganz wohl bei der Sache, ich hingegen war mir sicher, dass das klappt, denn ich hatte mir vorher Fotos angeschaut die ich 2017 vom Viehkogel aufgenommen hatte. Der Weg in das Ledererkar war relativ vertrackt: Zunächst Querung einer Blockhalde, dann steiler Aufstieg über Wiesen auf einen Hang aus Karrenfeldern. Den Karrenfeldern folgend steiler nach oben bis zu einer Art Mulde. Dort Einstieg in ein großes Blockgeröllfeld, dem wir relativ gut zum Lederergrat folgen konnten. Uwe legte ein ziemlich hohes Tempo vor, ich dagegen hatte mit Ansätzen vom Muskelkrämpfen im Oberschenkel zu kämpfen und musste ab und zu Pause machen. Irgendwann aber waren wir auf dem Grat, und nun mussten nur noch zwei Grataufschwünge überklettert werden, und wir sahen den Gipfelaufbau des Funtenseetauerns. Die Sonne kam wieder heraus, und wir hatten den ganzen Gipfel für uns. Wow, und die Sicht ist wirklich unwerfend, in jede Richtung.
Aber noch war die Tour nicht vorbei. Jetzt kam noch der Abstieg zur Wasser-Alm durch erneut sehr einsames Gelände. Problem war allerdings, dass die Kennzeichnung mit Steinmännern sporadisch unterbrochen war, einmal stiegen wir zu tief in die Mulde mit dem kleinen schwarzen See ab, mussten dies aber wieder sehr mühsam durch den Aufstieg durch Karrenfelder korrigieren. Der Abstieg zog sich wirklich unglaublich hin und hat eigentlich nur funktioniert, weil ich den Wegverlauf auf der OSM-Karte hatte. Selbst bei Erreichen der Grasflächen fand sich kein Pfad, der das Vorwärtskommen erleichterte. Nein, stattdessen stolperten wir jetzt über kleine Felsbrocken, die wegen des Grases nicht mehr so leicht zu erkennen waren. Puh, haben wir uns gefreut, als wir endlich den Wanderweg, der von links von der Schwarzen Lacke kam, erreichten. Der Rest war dann aber nur noch Formsache. Mein Trinksystem war leergezuzzelt, und unten angekommen brauchte ich erst einmal ein kühles Weizenbier, ehe ich den leckeren Eintopf der Wasser-Alm genießen konnte.
Der Abend an der Wasser-Alm war etwas ganz besonderes, denn wir hatten einen absoluten Traumabend der Hirschbrunft erwischt. Der Platzhirsch kam auf die Wiese vor der Wasser-Alm und blieb dort die ganze Nacht. Mehrere Male war auch das Klappern der Geweihe zu hören. Das ganze wurde noch gekrönt von einer sternenklaren Nacht mit deutlich sichtbarer Milchstraße! Wow, das war schon was!


Letzte Änderung : 29-Nov-2019
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