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Auflistung meiner bisher gegangenen Touren


Einzelheiten zur Tour Jenner, Hohes Brett, Göll und Alpeltal

Aufbruchszeit28.July 2020, 07:39
Ankunftszeit28.July 2020, 18:30
KategorieBergwanderung Bergwanderung
Schwierigkeitschwer schwer
Länge in km17
Höhendifferenz1000
Kartenausschnitthier klicken!
Streckenprofilhier klicken!

Weitere Einzelheiten zur Tour

Bei dem anhaltend schönen Tourenwetter musste auch heute wieder eine ordentliche Bergtour her. Stefan wollte unbedingt den Hohen Göll erzwingen. Lange saßen wir am Vorabend zusammen und versuchten eine Tour zu finden, die Hohes Brett und Mannlgrat zusammenbringt, auch wenn die Busse zum Kehlstein coronabedingt nicht fahren. Eine solche Lösung fanden wir allerdings nicht, es kamen nur Gewaltmärsche heraus. Ich brachte dann die Idee auf, nach einem entschärften Aufstieg (mit Seilbahnbenutzung) vpm Jenner zum Hohen Brett den Hohen Göll zu besteigen und durch das Alpeltal abzusteigen. Das Alpeltal war eine der wenigen Strecken, die ich noch nicht kannte, ich konnte nur sagen, dass uns dort jede Menge Karrenfelder erwarten würden.
Das war also der Plan. Da es wieder ein heißer Tag werden sollte und zudem ab 20 Uhr schwere Gewitter angesagt waren, brachen wir so früh auf, dass wir an der Jennerbahn-Mittelstation die erste Gondel erwischten. Das klappte tatsächlich, und schon um 08:15 Uhr waren wir auf dem Jenner. Kurzer steiler Abstieg in den Jenner-Sattel, dann etwas hinauf zum Stahl-Haus. Dort kleine Pause und letzte Versorgung mit einem Kaltgetränk. Es ging nun hinauf zum Jägerkreuz. Holger, Ronald und ich gingen den Weg mit einem beklemmenden Gefühl, Erinnerungen aus Februar 2011 wurden wieder lebendig und drückten auf die Stimmung. Am Hohen Brett eine schon grandiose Rundumsicht, kurze Pause. Weiter ging es über das Brettriedel zu den Archenköpfen mit einigen seilversicherten Kletterpassagen (meist kaminartige Rinnen). So erreichten wir die Göllscharte, und die Sonne brannte mittlerweile recht kräftig vom Himmel. Manfred beschloss, in der Scharte auf uns zu warten, und so starteten wir geschwind zu den letzten 300 Höhenmetern, die uns zum Göll-Gipfel noch fehlten. Es zog sich doch ganz schön, aber nach kurzer Zeit waren wir oben. Es war meine erste Göllbesteigung mit guter Sicht, es brauchte dazu vier Versuche!! 2001 war ich zum ersten Mal dort oben, danach einmal mit Uwe, und 2013 (oder 2014) mit der HTG. Als wir dann den Rückweg antraten, große Überraschung, als am Vorgipfel plötzlich Manfred auftauchte. Er wollte doch in der Scharte warten!? Nun gut, so gönnten wir Manfred noch den Gipfelerfolg und warteten eine halbe Stunde, bis er vom Gipfel zurückkehrte. Zusammen stiegen wir dann wieder zur Göllscharte ab. Dann begann der Abstieg im Alpeltal, den wir alle wohl ziemlich unterschätzt hatten. An meine Worte Rechnet mit dem Schlimmsten vom Vorabend konnte sich keiner mehr erinnern. Die erste halbe Stunde durch die Karrenfelder fanden alle noch toll, aber dann wurde es immer anstrengender. Kurz vor dem Pflughörndl schlug der Weg dann nach links, noch einmal ein kräftiger Gegenanstieg mit leichter Kletterei, das war für Manfred zuviel, er brauchte eine längere Pause. Holger und Ronald rannten voraus , ich wollte sie einholen, kam dann aber in eine längere Passage mit leichter Kletterei durch Latschenkiefern mit überwachsenen Karrenfeldern. Dort beschloss ich, auf Manfred und Stefan zu warten. Sie kamen ca. 30 Minuten später, und zusammen ging es weiter. Manfred war leider sehr erschöpt, wir mussten ihn mit unseren letzten Getränkereserven und Traubenzucker aufpäppeln. Ich wurde sehr nervos, denn im Westen dräuten die Wolken, und bei Gewitter könnte dich noch ausstehende drahtseilversicherte Passage sehr gefährlich werden. Aber es galang uns, mit einsetzendem Regen, noch vor dem Gewitter, die Hinterbrandstraße zu erreichen. Holger war vorausgeeilt und hat das Auto vom Parkplatz geholt. Wir verstauten unsere Rucksäcke, tranken etwas, und kaum waren wir im Auto, legte das Gewitter los. Eine absolute Punktlandung!! Mit einem riesigen Grinsen im Gesicht fuhren wir zurück in die Schönau!


Letzte Änderung : 29-Nov-2019
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