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Auflistung meiner bisher gegangenen Touren


Einzelheiten zur Tour Harzüberquerung mit der Hochtourengruppe

Aufbruchszeit16.May 2009, 08:15
Ankunftszeit16.May 2009, 18:45
KategorieMittelgebirge Mittelgebirgstour
Schwierigkeitschwer schwer
Länge in km40
Höhendifferenz850

Weitere Einzelheiten zur Tour

Ende 2008 sagte Ralf, im Frühjahr müsse es auf jeden Fall eine lange Wanderung für die Weitwanderer geben. Schnell war dann die Idee einer Wanderung von Osterode nach Bad Harzburg geboren. Am 16.Mai war es dann soweit. Für mich bedeutete das zunächst sehr frühes Aufstehen um 05:00 Uhr. Der Rucksack war zum Glück schon fast fertig gepackt, so musste ich also nur noch die Sachen einladen und konnte mich um halb sechs in Richtung Bahnhof Bad Harzburg aufmachen. Dort fuhr um 06:43 der Zug nach Hannover ab, den ich in Salzgitter-Ringelheim wieder verließ. Hier musste ich kurz warten, die Wartezeit wurde mir durch einen Fuchs verkürzt, der über das Bahnhofsgelände lief und sich überhaupt nicht gestört fühlte. Erst, als der Zug aus Braunschweig mit den anderen Wanderern in den Bahnhof einfuhr, trollte er sich von dannen. Ich bestieg den Zug, und weiter ging es nach Osterode-Leege, wo der letzte Teilnehmer schon auf uns wartete.
Dort angekommen, verließen wir alle den Zug. Wir alle, das waren: Karina und Ralf, Sigrid, Winfried, Birgit, Marion, Rainer, Ronald, Norbert, der bereits am Bahnsteig stand, und ich. :-)
Wir liefen ein wenig durch den Ortsteil Leege, dann begann schon der Aufstieg zum alten Osteröder Krankenhaus, das aber seit mehreren Jahren nicht mehr genutzt wird, da es nach Herzberg verlegt wurde. Stetig bergauf folgten wir dem "Nassen Weg" zur Schindelkopfhütte, einer Köte mit toller Aussicht. Hier war die erste Pause angesagt. Ulkigerweise war der "Nasse Weg" der trockenere Abschnitt auf dem Weg zur Hanskühnenburg, denn kurz nach der Hütte endete der bequeme Forstweg, und der rustikale Stieg auf den Ackerkamm begann. Da es in der Nacht nicht unerheblich geregnet hat, war der Weg so richtig schön durchtränkt, was aber keine weiteren Schwierigkeiten bedeutete. Als der Weg steiler wurde und durch eine blaubeerbewachsene Schneise führte, wurde es kurzzeitig wieder trockener. Aber immer wieder erheiterten uns matschige Passagen, in denen ich teilweise mehr als knöcheltief einsackte.
Auf der Hanskühnenburg dann die nächste Pause, einige nutzten auch die Getränkeversorgung vor Ort. :-) Immerhin waren wir auf einem der höchsten Punkte der heutigen Wanderung angekommen. Nach der Stärkung zogen wir über den Reitstieg weiter in Richtung Stieglitzeck. Selbstverständlich wurde noch die Hanskühnenburgklippe bestiegen, belohnt wurden die Kletterer mit einer tollen Rundumsicht, die sämtliche Berge des Süd- und Westharzes abdeckte.
Dann wurde es wieder matschig, ehe der Reitstieg vor dem Auerhahnplatz wieder befestigt wurde. Doch das währte nicht lange, denn der Forstweg war bald wieder zu Ende, und es ging wieder durch das matschige Hochmoor. Schließlich rückten die Windräder von Stieglitzeck immer näher, und wir hatten die Harzhochstraße vor uns. Diese wurde kurzerhand überquert, und auf breitem Forstweg ging es zur Brander Klipper. Hier konnte Winfried wieder einen Stempel kassieren. Währenddessen bekamen die anderen von Marion, die Geologie studiert hatte, einen Kurzvortrag über den Quarzit des Acker-Bruchberg-Massivs zu hören. Nach einer kurzen Trinkpause ging es weiter zum Okerstein (richtig, eine Quarzit-Klippe), wo der Weg wieder steiler und schmaler wurde. An der Wilde-Sau-Hütte vorbei ging es stetig bergauf zur Wolfswarte. Hier war mit 918m der höchste Punkt der Harzüberquerung erreicht. Hier wurde noch einmal kurz pausiert, dann ging es steil (und matschig, wer hätte das gedacht!) hinunter zum Clausthaler Flutgraben. Wir überquerten die Steile-Wand-Straße und folgten dann dem Harzer Hexenstieg in Richtung Torfhaus. Oben im touristischen Schmelztiegel angekommen beratschlagten wir, wo der Imbiss einzunehmen sei. Marion konnte sich mit dem Vorschlag Bavaria-Alm nicht durchsetzen, und so orderten wir Getränke und Bratwürste an einer Imbissbude. Nach der Fress- und Trinkpause folgte der wohl kurioseste Teil der ganzen Wanderung, nämlich die Diskussion, ob wir nicht noch zum Brocken hinaufwollten. Die Idee wurden von einigen mit vollem Ernst eingebracht, und ich glaube, es war ganz schön knapp, dass wir uns doch gegen den Brocken entschieden haben. Birgit, die zum ersten Mal mit der Hochtourengruppe eine solche Tour mitgemacht hat, schaute ganz schön entsetzt! :-)
Der Abstieg nach Bad Harzburg folgte dann in weiten Teilen dem Verlauf der Radau. Den Kleinen Lerchenkopf umgingen wir östlich, dadurch gelangten wir zum Beginn des Salzstiegs, der uns fast bis zum Basteborn führte. Diese Quelle ließen wir jedoch links liegen, stattdessen stiegen wir steil ab in das Radautal. Dieses wirklich versteckte Tal war für mich die Überraschung des Tages, denn es war ein sehr schönes, wildromantisches Tal, über dessen Talgrund das rötlich-braune Moorwasser über Felsen plätscherte. Am Ende diesen schönen Tales trafen wir auf die Asphaltstraße, die vom Radauwasserfall zu Molkenhaus, Rabenklippen und Eckerstaumauer führt. Wir folgten der Straße ein kleines Stückchen bergauf, um dann auf einen wunderschönen Hangweg zu wechseln, der uns in zahlreichen Kurven in Richtung Ettersklippe und Märchenwald brachte. Was als breiter Forstweg begann, endete in einem Dickicht aus jungen Buchen, die den Weg fast dschungelartig umgaben. Um es kurz zu machen, es war landschaftlich beeindruckend. :-)
Nach Erreichen des Märchenwaldes hatte uns die Zivilisation wieder, und wir wanderten durch den Kurpark zur Fußgängerzone. Diese Fußgängerzone ist bei vielen in der Hochtourengruppe gefürchtet wegen ihrer Endlosigkeit. Zum Glück fanden wir eine gute Eisdiele, wo wir uns alle noch ein Eis auf die Hand holten. Und dann waren wir auch schon am Bahnhof. Mit Schrecken vernahmen wir die Meldung von Rainer, dass wir gar nicht die angestrebten 40 Kilometer geschafft hätten. Es fehlten noch 400 Meter! Also sprangen die Hartgesottenen noch einmal auf und liefen ein Stück am Bahnhof entlang, um diese letzten Meter auch noch zusammenzukriegen. Ein voller Erfolg! Wie übrigens die ganze Wanderung. Das Wetter war hervorragend, nicht zu heiß, nicht zu kalt, und Ralf hat das ganze großartig vorbereitet.


Letzte Änderung : 13-Mrz-2019
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