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Auflistung meiner bisher gegangenen Touren


Einzelheiten zur Tour Von Reykjanesviti nach Grindavik

Aufbruchszeit29.June 2019, 07:07
Ankunftszeit29.June 2019, 15:00
KategorieMittelgebirge Mittelgebirgstour
Schwierigkeitmittel mittel
Länge in km21
Höhendifferenz200
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Streckenprofilhier klicken!

Weitere Einzelheiten zur Tour

Gegen halb sechs muss es wohl gewesen sein, als wir aufstanden. Die Nacht war angenehm. Kleine Lavafelsen in Richtung Meer dienten uns als Sitzmöbel für das Frühstück. Das heiße Wasser, das wir am Flughafen in unsere Flaschen gefüllt hatten, war mittlerweile wieder normal temperiert, und das Müsli schmeckte allen. Heißen Kaffee gab es noch nicht, denn das Benzin für den Kocher bekommen wir erst am Nachmittag in Grindavik. Und dann brachen wir auf, ca. 20km lagen bis Grindavik vor uns. Die Landschaft war zunächst sehr eben, durch das Lavafeld Stampahraun ging es zur Straße 425, dort ein blöder DNF, ein unglücklicher Start in das Thema Geocaching. Nach Überqueren der Straße zeigte der Reykjavegur sein wegloses Ungesicht: Blau bepinselte Pflöcke zeigten die Richtung an, aber der Weg ist dort wohl sehr sehr selten begangen, nur vereinzelt Fußspuren, aber absolut kein Pfad zu erkennen. Genau so hatte ich mir das vorgestellt. Mit dem Weiterweg wurde die Landschaft nach und nach interessanter: Eine Mini-Schlucht, die Tjaldstęšagjį, mit schwarzem Sand gefüllt, wurde gequert. Am Ende des Tals eine erste Pause an einer windgeschützten Stelle. Nach einer Viertelstunde war der weglose Teil dann vorbei, wir erreichten einen alten Reitweg mit großen Steinmalen und einer deutlichen Pfadspur. Auch das Gelände wurde lieblicher, das Lavafeld war offenbar geologisch älter und deswegen schon stärker begrünt. Im Eldvarpahraun kam dann ein sehr schönes Lavafeld mit großen Mooskissen, sehr pittoresk. Wir bestiegen gemeinsam den kleinen Buckel Raušhöll, der uns eine schöne Aussicht über die große Ebene aus Lava bot. Dann folgte die spannende Eldvörp-Kraterreihe. Am Ende erreichten wir ein Gebiet, in dem es aus unzähligen Erdspalten dampfte und qualmte: Ein Krater sah aus, als sei er noch im Winter ausgebrochen, so viel Qualm entwickelte er. Kurz vor dem Skipstigshraun vor dem žorbjörn bestaunten wir die Trittmulden von unzähligen Islandpferden auf dem harten Lavagestein. Das regelmäßige uralte Muster hatte auf uns offenbar eine hypnotische Wirkung, denn wir liefen in die falsche Richtung und merkten es erst, als der Reitweg einfach im Nichts endete. Die nächsten blauen Pflöcke waren 400m östlich, also erstmal das Lavafeld queren. Schade, jetzt setzte leichter Regen ein, und im Osten war ein größeres Regengebiet zu sehen. Das Lavafeld wurde jetzt etwas zerklüfteter, sehr spannend. Holger wollte sich unbedingt die auf der OSM-Karte eingetragene Hütte am Lįgafell anschauen. Wir fanden dort aber keine Hütte vor. Nur Ronald und ich wollten die Abkürzung über den Lįgafell nehmen, die anderen liefen das kleine Tal aus. Nach dem kleinen Hügel dann guter Blick auf Grindavik. Zusammen erreichten wir den Ort. Beim Netto kauften wir ein (wir kauften viel, denn wir hatten Hunger), danach erwarben wir Superbenzin an der Tankstelle, und im Anschluss mussten wir nur noch 700m bis zum Zeltplatz latschen. Dort gelang es uns, das Zelt im einsetzenden Regen gerade noch so aufzubauen. Den Rest des Nachmittags verbrachten wir bei Dauerregen im sehr schönen Aufenthaltsraum. Es gab eine Ecke mit dem Titel Campers for Campers, voll mit Lebensmitteln von Zeltplatzgästen, die ihren Rucksack vor dem Rückflug ausgeleert hatten. Wir stellten fest, dass wir uns einen Teil des Netto-Einkaufs hätten sparen können. Wetterbedingt gingen wir dann sehr früh ins Bett, morgen sollte es dann für längere Zeit aus der Zivilisation herausgehen.


Letzte Änderung : 13-Mrz-2019
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