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Auflistung meiner bisher gegangenen Touren


Einzelheiten zur Tour Bayernwanderung Etappe 15: Von Freising nach Hallbergmoos

Aufbruchszeit3.May 2017, 14:20
Ankunftszeit3.May 2017, 17:30
KategorieTiefebene Flachlandtour
Schwierigkeitmittel mittel
Länge in km12
Höhendifferenz20
Kartenausschnitthier klicken!

Weitere Einzelheiten zur Tour

Prolog:Im Jahr 2015 hatte ich die Bayerndurchquerung bei Kahl am Main gestartet. Die erste Unterbrechung war im mittelfränkischen Aurach in der Nähe der A6, wo ich dann im Jahr 2016 wieder einsetzte und in sieben Etappen bis nach Freising wanderte. Und dieses Jahr sollte dann die Tour beendet werden. Die folgenden Schilderungen dieses und der Folgetage entstammt meinem Tagebuch. Wieder einmal wünsche ich viel Spaß beim Lesen!

Abenteuerliche Anreise zum Zielpunkt Ramsau. Um 15:30h brach ich im Bielatal auf. Bis Chemnitz kam ich gut voran auf der A4. Dann ein Stau beim Abzweig zur A72, weil eine der beiden Abbiegespuren gesperrt war. Da viele Autofahrer ständig die Spur wechselten, wurde alles nur noch schlimmer. Dann Ankunft am Campingplatz Mühlteich bei Heinsdorfergrund. Leider ein Flop, es war eher eine Zeltwiese der Gemeinde, Schlüssel für das WC-Häuschen hätte ich irgendwo im Ort ausfassen müssen. Daher Weiterfahrt zum Campingplatz Gunzenberg an der Talsperre Pöhl. Ein riesiges Areal, das müsste eigentlich klappen. Aber Fehlanzeige: Um 18:30h war die Rezeption nicht mehr besetzt, ein Skandal!! Wegen einer Schranke kam ich auch nicht auf das Gelände. Fasse nach langem Überlegen den Entschluss, das Navi auf Ziel Hof einzustellen und jedes per Schild angepriesene Quartier zu fragen. Das war meine Arbeitsliste: Gasthof Edelweiß Möschwitz, Pension Pöhlblick in Möschwitz, ein Gasthof in Chrieschwitz, eine Pension in Pirk, zwei Pensionen in Großzöbern. Dann war ich auch schon an der A93 kurz vor Hof. Also Einbiegen in einen Feldweg. OsmAND fand nach zweimaliger Erweiterung des Suchradius endlich einen brauchbaren Zeltplatz: Schönwald bei Selb. Ein absoluter Volltreffer, netter Gasthof und freundliche Bedienung. Frühstück für 6 EUR.
Am Dienstag ging es mit dem Auto weiter nach Ramsau. Sehr anstrengende Fahrt, viel Verkehr auf meiner Lieblingsstrecke Weiden-Rötz-Roding-Straubing. In Rötz Baustelle im Ort. Als der Tank deutlich auf Reserve stand, Sperrung von Stamsried mit langer Umleitung nach Pösing. Baustelle vor Landau a.d.Isar, dann vor Malgersdorf Sperrung der B20. Umleitung ging fast bis nach Vilsbiburg! Dann Besuch bei Klaus in Mehring, Weiterfahrt um 15:30h. Vor der A8 bei Hammerau Vollsperrung wegen eines verunglückten Stahltransporters, der neben der Straße im Graben lag. 20 Minuten verloren. Dann zwischen Bad Reichenhall und Schneizlreuth ein absoluter Vollidiot vor mir. Beschleunigt auf kurzen Geraden auf 80, um dann bei Gegenverkehr oder harmlosen Kurven auf 50-60 herunterzubremsen. Aarg! Aber am Taubensee war die Welt wieder in Ordnung, habe den Aufenthaltsraum des Zeltplatzes Simonhof komplett für mich. Auto kann ich hier abstellen, Rucksack ist gepackt, Zelt trocknet gerade nach der Regennacht in Schönwald. Für morgen steht alles auf Go! Ach ja, auf der Nebenstraße zum Zeltplatz lagen noch Schneereste am Straßenrand!
Mittwoch, 3.Mai, Aufstehen um halb acht. Gemütlichliches Frühstück. Nachdem ich bei sternenklarem Himmel in den Schlafsack gekrabbelt bin, bin ich bei bedecktem Himmel aufgestanden. Das Zelt musste ich wieder nass einpacken. Hoffentlich verschimmelt es nicht. Abstieg zum Oberwirt war schön, Schusternagel und stengelloser Enzian standen auf den Bergwiesen. Jetzt sitze ich im Zug nach Freilassing und warte auf die Abfahrt.
Ach ja, fast vergessen: Während ich beim Oberwirt auf den Bus wartete, hörte ich von unten vom Parkplatz einen Ruf: Grüß Sie, Herr Köhler! Es war Frau Grassl auf dem Weg zum Gottesdienst, wo das halbe Dorf in Tracht erschien.
So, jetzt steht der Zug seit zehn Minuten im Kaff Bad Endorf, dem Tor zum Chiemgau. Zum Glück fahren nach Freising genug Züge!
In Freising kam ich dann mit 20 Minuten Verspätung an, das ist ja noch ganz akzeptabel. An der Isar kurze Rast mit Bier und Käsebrezel. Gutes Wetter, tolle Natur. Zwei Wehre sorgten sogar für Wildwasser. Aber je südlicher ich kam, desto lauter wurde es, alle zwei Minuten ein Flugzeugstart, die Flieger direkt über mir! Dann innerhalb von 500m vier Hindernisse gequert: Isar, A92, zwei Eisenbahnstrecken. Zimmer im Hallberger Hof ist sehr schön. Beim Duschen merkte ich beim Duschgelabbrausen, dass ich das Handtuch vergessen hatte. Mutig nackt über den Flur gehechtet, zum Glück tauchte niemand auf. Tja, glatt einen Homer gebaut: Gelingen trotz Dummheit! ;-) Und den Knien geht es auch gut.
Epilog: Ein Höhenprofil zu dieser Wanderung gibt es nicht, die Messung hat sich schlicht und ergreifend nicht gelohnt.Streckenmäßig hätte man diese Etappe auch noch locker an die Etappe 14 (von Kirchdorf nach Freising) anhängen können, aber Freising war wirklich der ideale Ort, um die Wanderung zu unterbrechen, weil die Verkehrsanbindung ideal nach Norden und Süden ist. Die Wanderung selbst war eigentlich sehr schön, allerdings war der Verkehrslärm durch die startenden Flugzeuge eine wirklich extreme Belastung. Interessanterweise ist in Hallbergmoos vom Lärm nicht mehr so viel zu merken. Auffällig ist auch, dass in Hallbergmoos wegen der vielen Kurzzeitübernachter eine kleine Restaurant- und Kneipenszene entstanden ist, die für Orte dieser Größe eigentlich eher unüblich ist.
Sehr interessant war übrigens auch, warum die beiden Staustufen in der Isar angelegt wurden, an denen ich vorbeigewandert bin. Natürlich haben sie auch den Grund, um das Wasser mit Sauerstoff anzureichern, aber der Hauptgrund ist ein anderer. In den leicht angestauten Flächen kann sich das Wasser im Flussbett mehr in die Breite ausdehnen, teilweise wird auch die Uferböschung angeknabbert. Man will ganz bewusst die tiefe Erosion im Flussbett vermeiden. Die Isar fließt in einem nacheiszeitlichen Schotterbett, dass einmal aus Schuttmassen der Alpen gebildet wurde. Durch Wehranlagen hat man den Nachschub an Geschiebe abgeschnitten, so dass die Sohle des Flussbetts eingeschnitten werden kann, mit Folgen für das angrenzende Grundwasser. Mehr ist hierzu finden.


Letzte Änderung : 26-Dez-2016
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