Startseite
Über Mich
AHP4
Galerie
Sehschlangen
Tourenbuch
Bookmarks
Elektronik
Gästebuch
Bewertung
Geschichten

Auflistung meiner bisher gegangenen Touren


Einzelheiten zur Tour Geigenkamm: Eingehtour auf den Sechszeiger

Aufbruchszeit3.September 2017, 10:30
Ankunftszeit3.September 2017, 18:00
KategorieBergwanderung Bergwanderung
Schwierigkeitmittel mittel
Länge in km12
Höhendifferenz760
Kartenausschnitthier klicken!
Streckenprofilhier klicken!

Weitere Einzelheiten zur Tour

In unserem Sechserlager schliefen wir recht gut, und als wir morgens aufwachten, herrschte draußen noch Schneeregen. Übertreiben mussten wir es also nicht, und so frühstückten wir gemütlich und warteten das Ende des schlechten Wetters ab. Dann starteten wir unsere Eingehtour zum Sechszeiger. Am Vorabend hatte uns schon der Hüttenwirt gefragt, wo wir denn hinwollten, und als er hörte, dass die Erlanger Hütte über Wildgrat unser Ziel war, war er recht sprachlos und riet uns vehement davon ab.
Nun ja, wir wollten heute zumindest mal in Richtung Hochgrat schauen, um zumindest die Verhältnisse in der Höhe einschätzen zu können. Den Skihang kamen wir noch ganz gut hinauf, aber kurz unter dem Kamm, der zwischen Hoch- und Sechszeiger verläuft, gerieten wir bei 2300m in dichten Nebel: Whiteout! Es war dann doch eine schwierige Aufgabe, den Kamm zu finden, und am Kamm angekommen standen wir in mehr als knietiefen Schneeverwehungen! Den weiteren Weg in Richtung Hochzeiger verwarfen wir sofort, und eigentlich war spätestens in diesem Moment die Tour über den Wildgrat gestorben. Aber das Überlegen über eine Alternative wurde zunächst auf den Abend verschoben; jetzt war das nächste Ziel der Sechszeiger. Auf dem Kamm war zumindest die Wegführung kein Problem mehr, und wir fanden eine gute Linie, um durch gangbaren Schnee zum Sechszeiger zu gelangen. Als Kathrin und ich den Cache auf dem Gipfel suchten, kamen uns zahllose Pferde entgegen, verfolgt von einem Border Collie und einem Menschen. Der Mensch war sehr aufgeregt, die Pferde suchte er schon seit zwei Tagen, sie gehörten eigentlich zur Hochzeigerbahn-Mittelstation!
Aber die eigentliche Überraschung kam erst noch. Nach dem Landschaftsteich (so hieß der Teich für die Beschneiungsanlagen) erreichten wir das Gipfelkreuz. Als wir nach einer Pause gerade unsere Klamotten zusammenräumen wollten, kam eine Wandergruppe von West den Gipfel aufgestiegen. Ich traute meinen Augen nicht: Das war doch Michael Zielen!? Und dahinter, der Typ mit dem schwarzen Bart: Klaus Steube!? In der Tat, die Ü60-Klettergruppe machte einen Tagesausflug zum Sechszeiger. Na das war ein Hallo, wir erzählten aufgeregt von unseren Erlebnissen, machten ein gemeinsames Gruppenfoto, und trennten uns dann wieder, denn wir wollten die Überschreitung des Sechszeigers nach Norden fortsetzen. Über den Tiefschnee der nordseitigen Bergwiesen konnten wir sehr schön absteigen, dann eine Querung nordwestlich um den Berg herum, und wir erreichten eine wunderschöne kleine Alm, die aber leider (trotzdem es Sonntag war) nicht bewirtschaftet war. Über den wunderschönen Zirbensteig, der uns durch tolle Zirbenkieferbestände führte, ging es wieder zurück zur Tanz-Alm, wo die meisten erst einmal bei Kaffee und Kuchen die Tour ausklingen ließen.
Jaime, Kathrin und ich hatten noch nicht genug, und das Wetter besserte sich mit jeder Sekunde, und so stiegen wir über einen breiten Weg zum Zollberg (2200m) auf, um dort noch einmal die Aussicht und den Sonnenschein zu genießen. Pünktlich zum Abendessen um 18 Uhr waren wir wieder an der Tanz-Alm.
Nach dem Essen setzte nun der notwendige Planungsprozess für den Folgetag ein. Wir mussten eine Lösung finden, um zur Erlanger Hütte zu gelangen. Mit dem leicht alkoholisierten Bergführer im Gastraum diskutierte ich sehr lange, eine richtig konkrete Wegbeschreibung war ihm aber nicht zu entlocken, nur Aussagen wie: Ja mei, da is hoid überoll Schnee, und dann sind do diese Platten, wo der Schnee alles versteckt, des is schrecklich gefährlich und i würd da abraten.. Nun hatten wir in dem kleinen Joch zwischen Hoch- und Sechszeiger eine Beschilderung zur Erlanger Hütte gefunden, mit einer roten Markierung. Die müsste doch zu schaffen sein. Zwei Schartenübergange auf 2600m, bei weitem nicht so hoch wie der Wildgrat. Aber der Hüttenwirt war immer noch sehr aufgeregt, ihm widerstrebte deutlich, uns bei den Verhältnissen auch nur einen Weg über 2500m Höhe zu empfehlen. So riefen wir dann beim Christian an, dem Hüttenwirt der Erlanger Hütte. Dieser kannte sich mit den Wegen besser aus, und er sagte uns, dass er die Nordumgehung mit dem Forchheimer Weg für machbar hält. Aber auch nicht für einfach, wir sollten es halt einfach versuchen.
So, und wer jetzt neugierig geworden ist, ob das wirklich geklappt hat, der muss den Bericht des nächsten Tourentages lesen! ;-)
Wir hatten ansonsten noch einen schönen Hüttenabend, waren fast die einzigen Gäste auf der Tanz-Alm und hatten die zu Scherzen aufgelegte Bedienung (aus Brandenburg!) ganz für uns allein. Es gab zum Nachtisch einen Zirbenschnaps, und dann noch einen auf Kosten des Hauses. Derart gestärkt (und narkotisiert) krabbelten wir in die Betten und warteten ab, was der nächste Tag für uns bringen sollte!


Letzte Änderung : 26-Dez-2016
Copyright Jens Köhler, Velpke, Steinbruchstraße 1