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Auflistung meiner bisher gegangenen Touren


Einzelheiten zur Tour Alemannenweg Tag 5: Von Ruine Tannenberg nach Ernsthofen

Aufbruchszeit10.May 2020, 08:22
Ankunftszeit10.May 2020, 15:21
KategorieMittelgebirge Mittelgebirgstour
Schwierigkeitmittel mittel
Länge in km19
Höhendifferenz555
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Streckenprofilhier klicken!

Weitere Einzelheiten zur Tour

Nach einem relativ bunten Sonnenuntergang krabbelten wir in unsere Schlafsäcke und dachtem wir könnten eine geruhsame Nacht verbringen. Was wir nicht wussten: Der Marco-Moment sollte noch einmal getoppt werden! Irgendwann zwischen elf und zwölf wachte ich auf. Seltsame Trommelgeräusche hatten sich in meine Träume gebohrt. Das Trommeln wurde begleitet von einem merkwürdigen Saiteninstrument (ein Instrument mit nur einer Saite?). Es klang jedenfalls ziemlich okkult, und es näherte sich über den Zugangsweg immer weiter der Burg. Irgendwann war die eigenartige Musik stationär, sie endete abrupt, zwei oder mehr Jugendliche hoben ein Geschrei an, dann plötzlich Stille. Im folgenden zogen diese Typen immer wieder von einem Ort der Burg zur anderen. Auf einer geschwungenen Liege müssen sie gekifft haben, man hörte nur noch Gekicher und Gegluckse. Dann wieder Ortswechsel und plötzlicher brachialer Rap-Gesang, massiv unter der Gürtellinie und extrem schlecht. Gegen drei oder halb vier war das ganze vorbei, und mit der eigenartigen Trommel- und Saitenmusik gingen die Typen wieder hinab ins Tal.
So wachten wir am nächsten Morgen mit viel Schlafmangel auf. Zum Glück erwartete uns diesmal keine ganz so lange Etappe. Zunächst Abstieg vom Tannenberg nach Norden, dann langgedehnter Aufstieg zum Langenberg mit seinen unzähligen Felsen. Je mehr wir uns der Burg Frankenstein näherten, desto mehr Sonntagsausflügler trafen wir. An der Burg Frankenstein dann das Unglaubliche: Der Kiosk hatte offen. Ich gönnte mir ein dunkles hessisches Bier, so kann man es doch auch aushalten. Es war die einzige Einkehr in sieben Tagen!!
Nach der Burg Frankenstein kam ein sehr schöner Wegabschnitt, ein sehr uriger Pfad, der nördlich um die Burg herum- und nach Nieder-Beerbach weiterführte. Kurz vor einem Teich sah Holger ein Fahrzeug des Ordnungsamts, und für einen kurzen Moment hatten wir Angst, dass wir als Dreiergruppe aufgegriffen werden könnten (hatte ich erzählt, dass einiges in Zeiten von Corona sehr eigenartig war?). Südlich von Nieder-Beerbach machte sich dann immer wieder die schwülwarme Hitze bemerkbar. Kurz vor Neutsch erreichten wir ein Plateau, wo die Sonne gnadenlos brannte. Mit scharfen Augen erkannte ich kurz vor Neutsch eine schattige Kastanie mit Bank davor. Das war unser Pausenplatz! Nach der sehr schönen Pause, die ich auch nutzte, um meinen Schlafsack zu trocknen (in der letzten Nacht hatte ich sehr viel geschwitzt!), ging es an Neutsch vorbei und weiter nach Ernsthofen. Kurz vor dem Ort nahmen wir am Friedhof frisches Trinkwasser auf. Oberhalb von Ernsthofen fanden wir eine sehr schöne Schutzhütte. Gegen 20 Uhr kam ein sehr kräftiges Gewitter runter. Damit die Sachen in der Schutzhütte trocken blieben, musste wir die Südwestseite der Hütte mit meinem Biwaksack abplanen. Nach dem Gewitter war es aber um kein Deut kühler geworden, immer noch 15 Grad. So krabbelten wir dann irgendwann in unserer Schlafsäcke. Was würde uns diese Nacht erwarten? Ein trommelnder Marco?


Letzte Änderung : 29-Nov-2019
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